Jürgen Bürgin. Fotografien zwischen New York und Warnemünde.

Wer unserem Twitter-Kanal folgt, hat mit Sicherheit schon einmal eines seiner Bilder gesehen. Er liebt es, die Ostseeküste zu fotografieren, gerne in und um Warnemünde. Die Natur der Küste sei der perfekte Ort, um abzuschalten von dem Trubel der Großstadt, sagt der Berliner.

 

Es geht um Jürgen Bürgin, Fotograf aus Leidenschaft, Baujahr 1971. "Street Photography" nennt man das, was er macht, also Fotos von "ganz normalen Szenen des Alltags in den Straßen". Dass es sich dabei um die Straßen von Metropolen wie Tokio, New York oder Hongkong handeln kann sei noch erwähnt. Wir haben Jürgen für euch interviewt und ihn gefragt was er lieber mag - Küste oder Metropole.


Hallo, stell dich doch einmal unseren Lesern kurz vor und erzähl was du machst.

 

Ich heiße Jürgen Bürgin, bin seit ein paar Jahren Straßenfotograf und fotografiere hauptsächlich in den Großstädten der Welt. Im echten Leben arbeite ich in Berlin in einer Film-PR-Agentur.

 

Was macht für dich den Reiz an Photographie aus?

 

Ich möchte mit meinen Bildern Geschichten erzählen, Stimmungen erzeugen, Augenblicke im Leben der Menschen irgendwo in irgendwelchen Großstädten finden, die etwas über diese Menschen erzählen, über die Welt erzählen, aber auch über mich.

 

Was gefällt dir besonders an unserer Ostsee-Küste?

 

Die Ostsee ist für mich das perfekte Kontrastprogramm zum Großstadtleben, zumal ich auch einen großen Teil meiner Reisen in Großstädten verbringe. Ich liebe es am Meer zu stehen und auf die Ostsee hinauszublicken. Meine liebste Zeit ist es, wenn im Herbst die Kraniche über den Darß ziehen und sich für ihren Flug in den Süden sammeln. Und am meisten mag ich es an einem düsteren
Regentag im Herbst am Strand entlangzuspazieren, wenn nicht viel los ist und kaum Menschen zu sehen sind.



Nenne uns deine drei Lieblingsplätze in Warnemünde und Umgebung.
 

Der Strand in Warnemünde, der Leuchtturm bei der Hohen Düne und Ahrenshoop.

 
Was fotografierst du am liebsten?
 
Ich fotografiere hauptsächlich Straßenszenen in den Großstädten der Welt. Und ich habe eine krankhafte Obsession, Menschen mit Regenschirmen zu fotografieren. Ich fotografiere am liebsten bei Regen, und am liebsten bei Nacht.

Was ist für dich das Spannende an Instagram?
 

Instagram ist eine tolle Möglichkeit, meine Bilder einem großen, an Bildern interessierten Publikum zu zeigen. Übrigens kam ein nennenswerter Anteil der Besucher meiner letzten Ausstellung in Berlin in die Ausstellung, weil sie davon bei Instagram mitbekommen haben. Und außerdem gibt es bei Instagram eine Vielzahl junger, talentierter Fotografen, es gibt dort immer Spannendes zu entdecken, was über abfotografiertes Essen hinaus geht. 



Wann sollte man unsere Küste am besten besuchen und warum?

Um es nochmal zusammenzufassen: Im Herbst, weil ich unbeständiges Wetter liebe, weil dann nicht so viel los ist und weil die Kraniche vorbeikommen.

 
Was macht für dich ein gutes Foto aus?

Es muss Emotionen in mir auslösen, mich beschäftigen, mich dazu bringen, länger hinzusehen, eine Geschichte in mir anstoßen, oder es muss mich überraschen.



In deiner Ausstellung in Ahrenshoop zeigst du Fotografien aus den Metropolen der Welt. Welche Stadt war denn am meisten fotogen und warum?
 

Noch knapp vor New York liegt Tokio. In Tokio gibt es eine unglaubliche Anzahl an Subkulturen, Rockabillies, Punks, Manga-Fans und vieles mehr. Und Subkulturen von denen ich vorher noch nie gehört hatte. An jeder Ecke entdeckt man etwas Neues, Spannendes, das mich fasziniert. Im Vergleich zu Tokio ist Berlin ein gemütliches Kleinstädtchen, und selbst New York ist, trotz seiner beeindruckenden Architektur, nicht so aufregend wie Tokio.



Was kannst du uns abschließend noch mit auf den Weg geben?

Ich freue mich, euch alle bei der Vernissage meiner Ausstellung in Ahrenshoop zu sehen, am 7. März ab 19 Uhr in der Galerie Lardon – und ich finde es toll, die Möglichkeit zu haben, meine Großstadtbilder in einer Gegend zu zeigen, die mich fasziniert, aber die dennoch kaum gegensätzlicher sein könnte zu den Weltgegenden, die auf meinen Bildern zu sehen sind.



Einige seiner beliebten Fotos stellt er nun in der Galerie Lardon in Ahrenshoop, oben bei uns in Mecklenburg, aus. „Das Glück in großen Städten” heißt die Serie, in der 37 Fotografien, die in den Jahren 2010-2013 u.a. in Berlin, New York, Paris, London, Shanghai und Tokio entstanden sind, gezeigt werden. Am 7. März wird es um 19:00 Uhr eine Vernissage geben. Die Ausstellung könnt ihr vom 08. März bis 30. April besuchen.

 

Im Pressetext heißt es dazu: "Manche von Bürgins Bildern zeigen Menschen, die einsam wirken, manche strahlen eine leise Melancholie aus. Viele sind in der Nacht entstanden, oder bei Regen. Für einen Sekundenbruchteil kommen wir diesen fremden Menschen näher, wir scheinen an einem kleinen Abschnitt ihrer Biographie teilzuhaben, dann gehen sie wieder weg und verschwinden in der Anonymität der Großstädte."


Wir empfehlen euch auf jeden Fall die Ausstellung von Jürgen. Schaut sie euch an. Wir sind auf jeden Fall dabei ;)

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Wmnde.de (Montag, 17 Februar 2014 21:29)

    Schönes Interview und Fotografien. Beide Daumen hoch!

  • #2

    Micha (Dienstag, 18 Februar 2014 09:47)

    Ja die Bilder sind echt super. Wie wäre es denn mal mit einer Ausstellung in der Rostocker Kunsthalle?

  • #3

    Jürgen Bürgin (Dienstag, 18 Februar 2014 14:48)

    @Micha: Danke! An mir soll's nicht scheitern, aber vorerst musst du nach Ahrenshoop kommen! ;-)

  • #4

    Gabriel Rath (Donnerstag, 20 Februar 2014 10:22)

    Also wir sind ganz klar für eine Ausstellung in Rostock. nach Ahrenshoop kommen wir aber auch gern ;)